Kurs: Europa (Ausgabe 5/2010)
Liebe Leserinnen und Leser,
ich möchte Sie herzlich zu zwei Veranstaltungen im September einladen.

Am 24. September laden die SPD Altona und ich zu einem Podiums- und Publikumsgespräch zum Thema „Ware Frau – Ware Mensch. Neue und alte Formen des Menschenhandels“ ein.
In Europa gibt es Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, über sich selbst zu bestimmen. Andere verfügen über sie, halten ihre Pässe zurück, erpressen sie mit Drohungen gegen Angehörige – und beuten sie aus. Überwiegend Frauen aber auch Männer sind betroffen und arbeiten beispielsweise in der Prostitution, der Gastronomie, dem Bau und in privaten Haushalten. Menschenhandel ist eine grenzüberschreitende Problematik. Deshalb wollen wir mit Ihnen diskutieren, wie es gelingen kann, die Interessen der Opfer in den Mittelpunkt zu stellen und Maßnahmen gegen Menschenhandel zu entwickeln, die die Menschenrechte in den Mittelpunkt stellen. Ausgehend von der Lage in Hamburg werden Expertinnen und Experten über bestehende Ansätze und Erfahrungen aus der Ostseekooperation, der Europäischen Union und der bundesweiten Ebene berichten. Mit dabei sind die Bürgerschaftsabgeordnete Gabriele Dobusch, die sich als Mitglied der Ostseeparlamentarierkonferenz für das Thema Menschenhandel engagiert, sowie Marta Bociek (Arbeitsgruppe Menschenhandel des Ostseerates) und Ulrike Gatzke (Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess).
Wir freuen uns auf eine spannende und konstruktive Diskussion am Freitag, den 24. September, um 19:00 Uhr in der Werkstatt 3 (Nernstweg 32-34).
Kontinent der Hoffnungen - Lesung mit dem ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments Klaus Hänsch

Am 27. September laden der SPD-Landesvorsitzende Olaf Scholz und ich zu einer Lesung anlässlich des 80. Geburtstags von Hans-Joachim Seeler ein. Jochen Seeler war nicht nur viele Jahre Hamburger Senator (1967 bis 1978), sondern auch der erste direkt gewählte Hamburger SPD-Europaabgeordnete (1979 bis 1989). Ohne ihn wäre mein Lebensweg vielleicht anders verlaufen, denn die Begeisterung für Europa hat sehr viel mit seiner Person und seinem Vorbild zu tun. Jochen Seelers langjähriger Weggefährte Klaus Hänsch, von 1994 bis 1997 Präsident des Europäischen Parlaments, wird aus seinem neuen Buch „Kontinent der Hoffnungen - Mein europäisches Leben“ lesen. Seine Erinnerungen erlauben einen Blick hinter die Kulissen komplizierter Entscheidungsprozesse. So manches Vorurteil gegen "die in Europa" bleibt da hoffentlich auf der Strecke.
Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen am Montag, den 27. September um 18:00 Uhr in der Kurt-Schumacher-Allee 10.
Beide Veranstaltungen sind öffentlich, über eine Anmeldung würden wir uns freuen: europa(at)knut-fleckenstein.eu
Herzliche Grüße Knut Fleckenstein
Die Luft im Hafen muss besser werden!

- Foto: Europäisches Parlament
Mit einer Parlamentarischen Anfrage an die EU-Kommission wollte sich Knut Fleckenstein erkundigen, weshalb es im Bereich der Landstromversorgung von im Hafen liegenden Schiffen keine Fortschritte auf europäischer Ebene gibt. Die Bundesregierung hatte 2008 eine Ausnahmegenehmigung für die Landstromversorgung von der Stromsteuer beantragt, um die Versorgung von Land für Schiffe attraktiver zu gestalten und die Luft in Hafenstädten zu verbessern. Durch die Antwort der Kommission stellte sich heraus, dass die Kommission seit über zwei Jahren den Antrag prüft.
Knut Fleckenstein reagierte mit Unverständnis darauf, hatte doch die Kommission eigens 2006 noch eine Einrichtung von Landstromanschlüssen empfohlen. Falls sie jetzt ihre Meinung geändert habe, gelte es Alternativen für die Verbesserung der Luft in Hafenstädten zu entwickeln und nicht vor sich hin zu schlafen. Auch wenn nun seit Januar 2010, dank einer EU-Verordnung, weniger giftige Treibstoffe in EU-Häfen verwendet werden müssen, reicht das für eine wesentliche Verbesserung für die Anwohner nicht aus. Die Kommission wird auf Grund des parlamentarischen Berichts von Knut Fleckenstein zur Seeverkehrsstrategie noch 2010 einen detaillierten Fahrplan ihrer Gesetzesinitiativen vorlegen müssen, dann wird man sich von parlamentarischer Seite noch einmal mit den Verringerungen des Schadstoffausstoßes in Häfen befassen.
Integrierte Meerespolitik - Schutz für unsere Meere

- Foto: Europäisches Parlament
Der Ansatz der integrierten Meerespolitik ist ein relativ neues politisches Instrument und hat das Ziel, gemeinsame Konzepte für die Nutzung und auch den Schutz der europäischen Meere zu fördern und besser abzustimmen. Die EU-Organe, die Mitgliedstaaten und die Regionen haben aus diesem Grund Strukturen geschaffen, die die bisherigen getrennten meerespolitischen Bereiche der Staaten zusammenführen sollen. Nach dem Motto: Wenn ein Staat das Meer schützt und der andere es verschmutzt, wird es nicht besser. Handeln wir dagegen gemeinsam, werden wir eine Verbesserung erzielen. Knut Fleckenstein betreut derzeit als Berichterstatter für die sozialdemokratische Fraktion die Stellungnahme des Europäischen Parlaments zum Fortschrittsbericht der Kommission. Vor dem Hintergrund der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat sich Knut Fleckenstein in der Stellungnahme bereits für eine klare europäische Regelung im Katastrophenfall ausgesprochen. Es gilt, europäische Sicherheitsstandards und adäquate Haftungsbedingungnen zu schaffen, damit ein solches Desaster in Europa nicht passieren kann.
Sicherheit in Europa - nicht ohne Russland

- Foto: Europäisches Parlament
Russische Abgeordnete im Europäischen Parlament sind keine Seltenheit: Ende September leitet Knut Fleckenstein als Vorsitzender der EU-Russland Delegation im Europäischen Parlament erneut eine gemeinsame Sitzung von Europaabgeordneten und russischen Abgeordneten. In der Arbeitssitzung wird es um Sicherheit auf dem europäischen Kontinent gehen. Eine wichtige Rolle spielen hier nicht nur Russland und die EU sondern auch die NATO und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Es wird darum gehen, wie man die Sicherheitsordnung im heutigen Europa am besten gestalten kann, wie man eine engere Zusammenarbeit zwischen der NATO und Russland erreichen kann und welche Rolle die NATO und die OSZE heute spielen können und sollen. Um die Diskussion mit interessanten Anregungen zu beginnen, hat Knut Fleckenstein den ehemaligen deutschen Verteidigungsminister und Hamburger Volker Rühe eingeladen. Der plädiert mittelfristig dafür, Russland in die NATO aufzunehmen. Das wird in Brüssel so (noch nicht) gesehen.
Auswärtige Kulturpolitik - auch für die EU?

- Foto: Europäisches Parlament
Die Kulturpolitik lässt ihn nicht los: Knut Fleckenstein begleitet als Sprecher der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament die Arbeit an einem neuen Bericht des Kulturausschusses. Thema ist die Rolle der Kultur in der Außenpolitik der EU. Diese Rolle ist nicht gering, denn interkultureller Dialog hilft, sich der Werte bewusst zu werden, die einen verbinden. Ein politischer oder wirtschaftlicher Dialog kann hierauf aufbauen. Bislang haben nur die Mitgliedstaaten der EU wie z. B. Deutschland eine auswärtige Kulturpolitik. Durch den Lissabonvertrag hat man der EU jedoch mehr Verantwortung in der Außenpolitik übertragen. Nun heißt es, in der Debatte auszutesten, wie die Chancen für eine Auswärtige Kulturpolitik der EU stehen und wie man sie gestalten könnte. Knut Fleckenstein: „Auswärtige Kulturpolitik vermittelt Werte, und das ist die beste Prävention für mögliche Konfliktfälle.“
Parlament fordert unverzüglichen Stopp der Ausweisung von Roma

- Foto: Europäisches Parlament
Frankreich hat in diesem Sommer Hunderte von Roma nach Rumänien und Bulgarien ausgewiesen - seit Januar wurden mehr als 8.000 Roma abgeschoben. Auch das Europäische Parlament beschäftigte sich letzte Woche mit diesem Thema. In einer auch von den Sozialdemokraten vorgelegten Entschließung wird von Frankreich die "unverzügliche Aussetzung aller Ausweisungen" gefordert. mehr
EU Parlament dringt auf starke Finanzaufsicht

- Foto: Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich am 2. September geeinigt, drei Agenturen zu schaffen, die eine zukünftige Finanzmarktkrise verhindern sollen. Dabei setzte das Europäische Parlament gegenüber den Mitgliedstaaten durch, dass im Krisenfall europäische Behörden das Management der Krise übernehmen. mehr
Die Europa-Union Hamburg zu Besuch in Straßburg

- Foto: Europa-Union Hamburg
Eine Reise durch die europäischen Institutionen in fünf Tagen - das schaffte Anfang September die Europa-Union Hamburg. Bevor sie Brüssel und Luxemburg besuchten, kamen die 25 Hamburger zur Plenarsitzung des Europäischen Parlaments nach Straßburg. Inmitten einer spannenden Sitzungswoche trafen sie dort auch Knut Fleckenstein. Im Plenum des Parlaments hatte kurz zuvor der Kommissionspräsident Barroso seine erste Rede "Zur Lage der Union" gehalten. Bereits im Vorfeld hatte sie viel Wirbel in der Presse verursacht. Von der Besuchertribüne des Plenarsaals aus lauschten die Besucher seinen Ausführungen und freuten sich über die lebhaften Antworten der Fraktionsvorsitzenden, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Anschließend berichtete Knut Fleckenstein aus seinem abwechslungsreichen Arbeitsleben im Europäischen Parlament und schlug den Bogen über seine unterschiedlichen Fachgebiete wie die Verkehrspolitik, europäische Kulturpolitik und die Zusammenarbeit der EU mit Russland. Am meisten Interesse weckte die Frage, wie es ihm gelinge, Hamburger Interessen in die europäische Politik einzubringen.
Persönliches

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
da am 9. Mai Europatag war, verbringen heute (Montag, der 14. Mai) fast alle Europaabgeordneten aber auch viele EU-Beamte den Tag in Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen, um von ihrer Arbeit in und für Europa zu erzählen. Viele gehen für diesen Zweck in ihre alte Schule. Ich habe mir das Gymnasium Ohmoor in Hamburg ausgesucht und freue mich schon auf die Gespräche mit den Schülern.
Sie fragen sich, warum ausgerechnet der 9. Mai Europatag ist? Hier finden Sie die Antwort.
Da ich am Montag noch in Hamburg bin, liegt also ausnahmsweise eine sehr kurze Woche in Brüssel vor mir. Schließlich ist am Donnerstag schon wieder ein Feiertag (Himmelfahrt). In Brüssel müssen wir Europaabgeordneten daher den verbleibenden Dienstag und Mittwoch besonders intensiv zur Vorbereitung unserer nächsten Plenarsitzung in Straßburg in der kommenden Woche nutzen. Ich nehme an einer Reihe von Koordinierungssitzungen teil.
Und falls Sie am heutigen Montagabend mit meinem Fraktionskollegen Jo Leinen und mir über Europas Zukunft diskutieren wollen, dann freue ich mich, Sie heute um 19 Uhr im Baseler Hof zu sehen!
Ihr Knut Fleckenstein
