Newsletter Nr. 3/2011
Liebe Leserinnen und Leser,
am 1. Juli hat Polen erstmalig die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Aus diesem Anlass stellte der polnische Premierminister Donald Tusk den Europaabgeordneten sein Arbeitsprogramm der nächsten sechs Monate vor. Er erinnerte an die polnische Vergangenheit und den langen Weg von Solidarnosc bis zum heutigen Tag. Aus eigener Erfahrung konnte er glaubhaft sagen: Solidarität ist notwendig!
Gerade die Eurokrise zeigt: Zur Lösung unserer Probleme brauchen wir in Zeiten der Globalisierung mehr Europa, vor allem ein gerechteres Europa. Der Weg zurück zu nationalem Egoismus führte bisher immer in die Katastrophe. Der polnische Premier fordert Sicherheit, Fortschritt und eine neue Offenheit in der EU. Noch wichtiger aber ist die Erkenntnis, dass wir ohne gemeinsames Engagement bei der Weiterentwicklung der EU unsere Probleme nicht lösen werden.
Das betrifft auch die europäische Schuldenkrise. Die bisherigen Rettungsmaßnahmen reichen offensichtlich nicht aus, um Europa und den Euro aus der Krise zu führen. Vor allem konzentrieren sie sich einseitig auf Sparen und Haushaltsdisziplin. Dadurch werden Wirtschaft und Investitionen abgewürgt, der soziale Zusammenhalt gefährdet. Notwendig ist eine handlungsstarke europäische Wirtschaftsregierung mit einer engen Abstimmung in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen. Das geht aber nur mit Regierungen, die nicht nur auf landesinterne Wahlen starren oder auf die Meinung der Boulevardpresse schielen. Nur ein geeintes starkes Europa kann der Ausweg sein, wenn wir uns erfolgreich den wichtigsten Herausforderungen stellen wollen: der Neuordnung der Wirtschafts- und Finanzmärkte, dem Klimawandel und einer verantwortungsvollen Friedenspolitik in der Welt.
Vor diesem Hintergrund rufen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Europäischen Parlament gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen fraktionsübergreifend zu einem politischen Richtungswechsel auf. Lesen Sie den Aufruf in voller Länge und unterstützen Sie ihn mit Ihrer Unterschrift.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und schönen Sommer
Knut Fleckenstein
Konferenz zu EU-Russland-Kooperation im Transportsektor

- v.l.: Franz Thönnes (Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Russland), Andrei Klimov (stv. Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma) und Knut Fleckenstein (Vorsitzender der EU-Russland-Delegation im Europäischen Parlament)
Die deutsch-russischen Beziehungen und gemeinsame Ziele in der Verkehrspolitik - das waren die Themen des Europäischen Clubs der russischen Staatsduma, der im Juni in Hamburg tagte. Der Club trifft sich in regelmäßigen Abständen an unterschiedlichen Orten, diesmal auf Einladung von Knut Fleckenstein erstmals in Deutschland. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine gemeinsame europäische Verkehrsinfrastruktur aussehen könnte. Russland und Deutschland haben beide ein starkes Interesse, den Schienenverkehr in Ost-West-Richtung auszubauen. Das ist auch für den Hamburger Hafen von Bedeutung, denn Russland ist der drittwichtigste Handelspartner Hamburgs im Containerverkehr. Jetzt geht es darum, im Bereich des Schienenverkehrs aufzuholen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn Dr. Rüdiger Grube unterstrich, dass man heutzutage eine moderne Verkehrspolitik weit über die nationalen Grenzen hinaus denken müsse. Gemeinsam mit dem Vize-Präsidenten der Russischen Eisenbahn Alexander Saltanov berichtete er über verschiedene bereits laufende Kooperationsprojekte und die Aussichten für eine weitere Zusammenarbeit. In der Diskussion wurde deutlich, dass es gerade im Transportbereich ein enormes Potenzial für eine Kooperation EU-Russland gibt. Russland möchte seine Brückenfunktion zwischen Europa und Asien und vor allem den Güterverkehr über russisches Territorium ausbauen.
Hamburgs gute Erfahrungen im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Sankt Petersburg nahm Knut Fleckenstein zum Anlass, um für visafreies Reisen zwischen der EU und Russland zu werben. Schließlich wissen gerade die Hamburger sehr gut, dass eine Partnerschaft vor allem von den Menschen lebt, die sie tragen. An eben diesen persönlichen Kontakten mangelt es jedoch in der Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU noch.
Norddeutsche Gewerkschafter zu Gast in Brüssel

Neun norddeutsche Gewerkschafter und Arbeitsdirektoren folgten der Einladung von Knut Fleckenstein und besuchten im Juni das Europäische Parlament in Brüssel. Der Besuch der norddeutschen Gewerkschafter umfasste ein breites Programm mit hochkarätigen Gesprächspartnern: Neben einem Treffen mit dem Fraktionsvorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten Martin Schulz und einem Abendessen mit dem EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger standen ein Gespräch mit Matthias Ruete, Generaldirektor der Kommission für Mobilität und Verkehr sowie ein Besuch des Hanse-Office auf der Tagesordnung. Diskutiert wurde u. a. über die Schuldenkrise, die Fehmarnbelt-Querung, die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Hamburger Hafen sowie die Bestrebungen der EU-Kommission, den Markt für Bodenverkehrsdienste an Flughäfen weiter zu liberalisieren. Hiervon wäre auch der Hamburger Flughafen mit seinen Beschäftigten betroffen.
Veranstaltungsankündigung: Kurs Europa

Am 1. September findet die nächste gemeinsame Veranstaltung von Knut Fleckenstein und der Bürgerschaftsfraktion statt. Thema diesmal:
Statt Port Package jetzt Airport Package?
Keine weitere Liberalisierung der Flughäfen zu Lasten der Arbeitnehmer!
Hintergrund: Zu den Bodendiensten zählen alle Dienstleistungen rund ums Fliegen wie die Abfertigung, das Be- und Entladen, Rangieren und Tanken der Flugzeuge. Während die Flughäfen früher eigene Mitarbeiter für diese Tätigkeiten beschäftigten, mussten im Zuge der EU-Bodenverkehrsrichtlinie von 1996 externe Mitbewerber zugelassen werden. Jetzt will die Europäische Kommission die Bodenverkehrsrichtlinie überarbeiten und den Wettbewerb vermutlich noch mehr verschärfen. Folge der Ausschreibungen sind Dumpinglöhne, befristete Arbeitsverhältnisse bzw. Leiharbeit und immer häufiger Teilzeitarbeit. Welche Folgen eine weitere Liberalisierung für den Hamburger Flughafen hätte, wollen wir direkt vor Ort diskutieren.
Termin: Donnerstag, 1. September um 19:00 Uhr
Ort: Flughafen Hamburg, Modellschau
Die Einladungen werden Anfang August versandt.
Körperscanner an Flughäfen
Parlament stellt klare Anforderungen für europaweite Lösung

Körperscanner sollen an europäischen Flughäfen nur zum Einsatz kommen dürfen, wenn sie EU-weit den gleichen Regelungen und Anforderungen unterliegen. Das unterstrich das Europäische Parlament in seiner Stellungnahme zur möglichen Einführung von Körperscannern und stellte klare Anforderungen an die Mitgliedstaaten. "Überzeugt von der Notwendigkeit der Körperscanner bin ich nicht. Aber es ist besser, wenn europaweit ein einheitlicher Schutz der Gesundheit, der Fluggastdaten und der Menschenwürde zum Tragen kommt, als dass in 27 Mitgliedsländern 27 unterschiedliche Sicherheitsüberprüfungen und 27 unterschiedliche Technologiestandards zur Anwendung kommen," so Knut Fleckenstein. Das Parlament fordert zudem, dass Flughäfen eine alternative Kontrolle zu Körperscannern anbieten müssen. Außerdem soll die innereuropäische Frachtkontrolle harmonisiert werden. "Die EU-Kommission ist aufgefordert, endlich eine schlüssige Gesamtstrategie für die Luftsicherheit vorzulegen. Wir machen uns lächerlich, wenn wir weiterhin jedem Passagier sein Wässerchen wegnehmen, gleichzeitig aber die Kontrolle der Luftfracht, die im gleichen Flugzeug transportiert wird, vernachlässigen", so Fleckenstein.
2012 ist Europäisches Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen

Das Europäische Parlament hat dem Vorschlag der Europäischen Kommission zugestimmt, 2012 als Jahr des 'Aktiven Alterns' auszurufen. Insbesondere vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden europäischen Gesellschaft ist dieses Signal wichtig. Die Beschäftigungsmöglichkeiten und die Arbeitsbedingungen für die zunehmende Zahl älterer Menschen in Europa müssen dringend verbessert werden. Die sozialdemokratische Fraktion setzt sich insbesondere dafür ein, Altersarmut effektiv zu bekämpfen. Aber nicht nur die Probleme sollen im Mittelpunkt stehen. Schließlich bietet es auch große Chancen, wenn Europäer länger leben und länger gesund bleiben als je zuvor.
Mehr unter http://ec.europa.eu/social/ey2012main.jsp?catId=970&langId=de
Startschuss für Gegenlobby zur Finanzmarktbranche

Europaabgeordnete verschiedener Fraktionen appellierten im vorigen Sommer an die Zivilgesellschaft, ein Gegengewicht zur Finanzmarktlobby aufzubauen. Angesichts der Übermacht der Bankenvertreter in Brüssel waren andere Meinungen kaum zu hören. Dem Aufruf folgten rund 40 Nichtregierungsorganisationen und Verbände, u. a. die deutschen Verbraucherschutzzentralen, der europäische Gewerkschaftsbund EGB sowie die Hilfsorganisation Oxfam. Ende Juni wählte die Mitgliederversammlung ein siebenköpfiges Aufsichtsgremium der neu gegründeten Organisation Finance Watch. Rund zwölf Mitarbeiter werden in diesem Sommer die Arbeit der Organisation aufnehmen. Finance Watch wird der Finanzindustrie genau auf die Finger schauen und die Gesetzgebung in Finanzfragen kritisch begleiten. Knut Fleckenstein begrüßt diese Initiative und wird sich weiter dafür einsetzen, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen.
Mehr unter http://www.finance-watch.org/
Mehr Infos unter europa(at)knut-fleckenstein.eu oder
telefonisch 280 955 82.Angela Fürböter
Büro Knut Fleckenstein (SPD)
Mitglied des Europäischen Parlaments
Kurt-Schumacher-Allee 10
20097 Hamburg
Tel +49 40 280 955 82
Fax +49 40 280 568 89
europa(at)knut-fleckenstein.eu
Persönliches

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
da am 9. Mai Europatag war, verbringen heute (Montag, der 14. Mai) fast alle Europaabgeordneten aber auch viele EU-Beamte den Tag in Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen, um von ihrer Arbeit in und für Europa zu erzählen. Viele gehen für diesen Zweck in ihre alte Schule. Ich habe mir das Gymnasium Ohmoor in Hamburg ausgesucht und freue mich schon auf die Gespräche mit den Schülern.
Sie fragen sich, warum ausgerechnet der 9. Mai Europatag ist? Hier finden Sie die Antwort.
Da ich am Montag noch in Hamburg bin, liegt also ausnahmsweise eine sehr kurze Woche in Brüssel vor mir. Schließlich ist am Donnerstag schon wieder ein Feiertag (Himmelfahrt). In Brüssel müssen wir Europaabgeordneten daher den verbleibenden Dienstag und Mittwoch besonders intensiv zur Vorbereitung unserer nächsten Plenarsitzung in Straßburg in der kommenden Woche nutzen. Ich nehme an einer Reihe von Koordinierungssitzungen teil.
Und falls Sie am heutigen Montagabend mit meinem Fraktionskollegen Jo Leinen und mir über Europas Zukunft diskutieren wollen, dann freue ich mich, Sie heute um 19 Uhr im Baseler Hof zu sehen!
Ihr Knut Fleckenstein

