Kurs: Europa (Ausgabe 6/2010)
Liebe Leserinnen und Leser,
hier noch ein paar Europa-Informationen vor den Festtagen.
Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Die Eurokrise, die ersten Beschlüsse zur Neustrukturierung der Aufsichtsräte über die Banken- und Finanzwirtschaft und das SWIFT-Abkommen gehören mit dazu. Wir Deutschen geben zur Zeit leider kein gutes Bild in der EU ab. Die Merkel-Regierung schielt lieber auf Umfragewerte anstatt wie die Vorgängerregierungen von Adenauer bis Schröder aus Fehlern zu lernen und aktiv dazu beizutragen, die Europäische Union weiter zu entwickeln. Das erste Jahr nach dem Vertrag von Lissabon hat aber auch gezeigt, dass das Parlament seine neue Rolle ernst nimmt und für seine Rechte kämpft. Das macht zuversichtlich für das neue Jahr.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine schöne, friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Ihr Knut Fleckenstein
Feste Fehmarnbelt-Querung: Öffentliche Diskussion notwendig

- Foto: Femern A/S
In einem Pressegespräch zur festen Fehmarnbelt-Querung informierten Knut Fleckenstein, Frank Horch, Präses der Handelskammer sowie Vertreter der Planungsgesellschaft Femern A/S im Dezember über die Vorteile für die Metropolregion Hamburg. Hamburg würde vom größten Infrastrukturprojekt Nordeuropas sehr profitieren. Leider hat der Senat dieses Thema bisher weitgehend ignoriert, obwohl Hamburg als Logistikzentrum für Nordeuropa eine wichtige Rolle spielt. Den ansteigenden Güterverkehr wird Hamburg nur bewältigen können, wenn mehr Güter auf die Schiene verlagert werden. Knut Fleckenstein plädiert dafür, dass sich der Hamburger Senat, die Bundesregierung, die schleswig-holsteinische Landesregierung und die Deutsche Bahn schnellstmöglich zusammen setzen, um über die zukünftige Güter-Bahnverbindung zwischen Hamburg und Fehmarn zu sprechen. Ganz entscheidend ist für Knut Fleckenstein der Dialog mit den Bürgern und Interessenverbänden. Das Projekt Fehmarnbelt-Querung müsse endlich öffentlich diskutiert werden, sowohl die Vorteile als auch die Nachteile. Das gelte vor allem für die Kommunen in Ostholstein, die von der geplanten neuen Trassenführung der Bahn besonders betroffen seien. Zusammen mit Ralf Stegner, dem SPD-Vorsitzenden Schleswig-Holsteins, wird sich Knut Fleckenstein Anfang nächsten Jahres für einen öffentlichen transparenten Dialog einsetzen.
mehr ...
Schulaktion „Europa in Hamburg“ erfolgreich gestartet

Der Hamburger Europaabgeordnete Knut Fleckenstein hat im November die Aktion „Europa in der Schule“ vorgestellt.
Schulen werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, wie der Besuch des Europaabgeordneten in den Klassen der Stufe 9 bis 12 interessanter gestaltet werden kann.
Ziel der Aktion ist es, jungen Menschen spielerisch die Europäische Union zu erklären und Europa anschaulicher zu machen. Schüler können zum Beispiel eine Partei gründen, die zur Europawahl antritt oder sich in die Rolle der Kommission begeben. Schon jetzt sind viele Anfragen von interessierten Schulen eingegangen.
Der Flyer „Europa in der Schule“ kann im Europabüro (Tel: 280 955 82) angefordert werden und im Internet herunter geladen werden http://www.knut-fleckenstein.eu/hamburg/europa-in-der-schule.html
Sicherheit auf europäischen Meeren

- Foto: Europäisches Parlament
Knut Fleckenstein hat als Berichterstatter im Europäischen Parlament die Überarbeitung der Aufgaben der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) übernommen. Die Agentur wurde 2003 nach einer Reihe von Schiffsunfällen gegründet. EMSA überwacht Schiffsbewegungen in europäischen Gewässern, fördert den Meeresumweltschutz und soll für sichere Standards im Seeverkehr sorgen. Das Parlament will der Agentur außerdem neue Rechte bei der Überwachung der Ölförderung geben, damit in europäischen Gewässern keine Katastrophe wie im Golf von Mexiko passiert. Verbesserungsbedarf sehen die Parlamentarier auch bei der Kooperation der nationalen Küstenwachen und bei der Verfolgung von Umweltverschmutzungen auf dem Meer. EMSA
Russland und die transatlantischen Beziehungen – Fleckenstein in Washington

- Foto: Europäisches Parlament
Seitdem der amerikanische Präsident Obama einen Neustart in den Beziehungen der USA zu Russland verkündet hat, wird auch die Frage nach einer gemeinsamen transatlantischen Beziehung zu Russland wieder stärker diskutiert. Im Dezember sprach Knut Fleckenstein auf einer internationalen Konferenz des Forschungsinstituts SAIS Centre for Transatlantic Relations in Washington zu diesem Thema. Die Konferenz untersuchte Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit mit Russland in Bereichen wie Wirtschaft, Energie und Sicherheit. Mit dabei waren der amerikanische Senator John McCain, der frühere britische Europaminister Denis MacShane, Obamas Sicherheitsberater Michael McFaul, der frühere EU-Außenbeauftragte Javier Solana sowie Zbigniew Brzezinski, Sicherheitsberater von Jimmy Carter. Und es gab ein Wiedersehen mit dem Hamburger Niels Annen, der ebenfalls an dieser Konferenz teilnahm.
Erfolgreiches Treffen des Parlamentarischen Kooperationsausschusses EU-Russland

- Foto: Europäisches Parlament
Am 15. und 16. Dezember fand die jährliche Sitzung des Kooperationsausschusses EU-Russland statt. Zum Kooperationssauschuss gehören die Mitglieder der Russlanddelegation des Europäischen Parlaments sowie Abgeordnete der russischen Staatsduma und des Föderationsrats. Knut Fleckenstein leitete die Sitzung gemeinsam mit seinem Ko-Vorsitzenden Andrei Klimov, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten der Staatsduma. Es gelang erstmals seit mehreren Jahren, eine gemeinsame Schlusserklärung mit Empfehlungen an die EU-Kommission und an die russische Regierung zu verabschieden.
http://www.knut-fleckenstein.eu/aktuelles/nachrichten/details/article/erfolgreiches-treffen-des-parlamentarischen-kooperationsausschusses-eu-russland.html
EU-Haushalt verabschiedet - wichtige Projekte gesichert

- Foto: Europäisches Parlament
Der EU-Haushalt wurde in der letzten Sitzung des Jahres vom Europäischen Parlament angenommen. Voraus gegangen waren zähe Verhandlungen zwischen den Europaabgeordneten und den EU-Finanzministern, die zunächst nicht akzeptieren wollten, dass das Parlament beim ersten Haushalt nach dem Vertrag von Lissabon mehr Rechte hat als früher. Erst in letzter Sekunde machten die Mitgliedstaaten erste Zugeständnisse Die Europaabgeordneten bekommen mehr Mitspracherechte bei der längerfristigen Finanzplanung von 2014 bis 2020. Die Finanzminister erklärten sich auch bereit, wichtigen Arbeitsschwerpunkten des Parlaments mehr Geld zu geben. So erhalten die Programme für Lebenslanges Lernen sowie die Förderung von energiesparenden Konzepten mehr finanzielle Mittel. Mit der Annahme des Haushalts sind jetzt auch die EU-geförderten Regionalprojekte gesichert. Die Kommission hat sich außerdem verpflichtet, einen Vorschlag für neue Finanzierungsmöglichkeiten der Europäischen Union vorzulegen. Die politischen Fraktionen im Europäischen Parlament sind sich dabei weitgehend einig, dass es keine Mehrbelastung der EU-Bürger im Sinne einer "EU-Steuer" geben darf. Eine Möglichkeit wäre die europaweite Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer. Diese würde von jedem Mitgliedstaat an die EU abgeführt werden, wodurch die Länder weniger in den EU-Haushalt einzahlen müssten.
Der EU-Haushalt 2011 wird 126,5 Milliarden Euro betragen, dies sind 2,91 Prozent mehr als der Haushalt 2010. Die Verwaltungskosten der gesamten Europäischen Union betragen 5,7 Prozent, der Löwenanteil wird in annähernd gleichen Teilen für die Bereiche Wachstum und Beschäftigung sowie für die Landwirtschaft verwendet.
Parlament beschließt neue Grundlage für mehr Bürgerbeteiligung

- Foto: Europäisches Parlament
Eine wesentliche Innovation des Vertrags von Lissabon ist die Europäische Bürgerinitiative. Sie ermöglicht es Bürgern der EU zum ersten Mal, sich direkt an die EU-Kommission zu wenden und diese aufzufordern, einen Gesetzesvorschlag auszuarbeiten. Das Parlament stimmte im Dezember für das Gesetz, das das Verfahren festlegt. Notwendig sind eine Million Unterschriften in mindestens sieben Mitgliedstaaten, die innerhalb eines Jahres gesammelt werden. Hauptanliegen der Abgeordneten in den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten war es, das Initiativrecht so einfach wie möglich zu gestalten. So haben sie erreicht, dass bereits zu Beginn der Initiative eine Zulässigkeitsprüfung vorgenommen werden muss und nicht erst nach Vorlage der ersten 300.000 Unterschriften. Sollte am Ende der Initiative die EU-Kommission keinen Gesetzesvorschlag vorstellen, wird es in jedem Fall eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament geben.
Für weitere Informationen besuchen Sie Knut Fleckensteins Website:
www.knut-fleckenstein.euDas Hamburger Büro in der Kurt-Schumacher-Allee 10 ist Montags bis Donnerstags von 9:00 bis 16:00 Uhr und Freitags von 9:00 bis 14:00 besetzt.
Tel: 280 955 82,
Fax: 280 568 89,
Mail: europa(at)knut-fleckenstein.eu
Persönliches

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
da am 9. Mai Europatag war, verbringen heute (Montag, der 14. Mai) fast alle Europaabgeordneten aber auch viele EU-Beamte den Tag in Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen, um von ihrer Arbeit in und für Europa zu erzählen. Viele gehen für diesen Zweck in ihre alte Schule. Ich habe mir das Gymnasium Ohmoor in Hamburg ausgesucht und freue mich schon auf die Gespräche mit den Schülern.
Sie fragen sich, warum ausgerechnet der 9. Mai Europatag ist? Hier finden Sie die Antwort.
Da ich am Montag noch in Hamburg bin, liegt also ausnahmsweise eine sehr kurze Woche in Brüssel vor mir. Schließlich ist am Donnerstag schon wieder ein Feiertag (Himmelfahrt). In Brüssel müssen wir Europaabgeordneten daher den verbleibenden Dienstag und Mittwoch besonders intensiv zur Vorbereitung unserer nächsten Plenarsitzung in Straßburg in der kommenden Woche nutzen. Ich nehme an einer Reihe von Koordinierungssitzungen teil.
Und falls Sie am heutigen Montagabend mit meinem Fraktionskollegen Jo Leinen und mir über Europas Zukunft diskutieren wollen, dann freue ich mich, Sie heute um 19 Uhr im Baseler Hof zu sehen!
Ihr Knut Fleckenstein
