Newsletter Ausgabe 2/2010 Kurs Europa
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich möchte ich Sie zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Griechenland vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch? Wie weit geht die europäische Solidarität?“ einladen.
Einleitung: Hans Eichel, Bundesfinanzminister a.D. von 1999-2005
Anschließend diskutieren mit ihm:
- Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, MdEP von 1989 bis 2004, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Währung von 1999 bis 2004
- Prof. Dr. em. Spiridon Paraskewopoulos, Lehrstuhl für Makroökonomie, Uni Leipzig
Gesprächsleitung: Gunther Latsch, Journalist
am Donnerstag, den 25. März 2010, um 18:00 Uhr
im Kurt-Schumacher-Haus, Raum 101, Kurt-Schumacher-Allee 10, 20097 Hamburg
Schulden, Sparprogramme, Korruption, Spekulanten: Schlagworte, die wir zurzeit angesichts der griechischen Wirtschaftskrise immer wieder hören, oft aus unberufenem Munde. Dabei ist das Problem nicht nur für Griechenland, sondern für alle Länder der Eurozone existenziell. Soll und kann sich Griechenland alleine helfen? Welchen Dominoeffekt löst externe Hilfe auf andere Staaten aus? Welche Art der Solidarität darf und muss Griechenland von der EU bzw. den Ländern der Eurozone erwarten? Was wird getan, um den Spekulanten das Handwerk zu legen, die auf Staatspleiten wetten und diese damit befördern? Wie wirken sich notwendige Sparmaßnahmen auf die Menschen – insbesondere auf die ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen – aus?
Fragen über Fragen. Eines wird deutlich: Die EU ist nicht gut vorbereitet auf Krisen dieser Art. Unsere Diskussion – am 25. März, dem griechischen Nationalfeiertag – gibt uns hoffentlich mehr Einblick und Verständnis, was die Lösungsmöglichkeiten der Probleme angeht.
Ich freue mich auf Ihr Kommen. Bitte geben Sie mir eine kurze Rückmeldung, wenn Sie kommen möchten, an europa(at)knut-fleckenstein.eu.
Knut Fleckenstein
Die Unsicherheit mit der Sicherheit – Was bringt die technische Aufrüstung im Luftverkehr?
Vor einigen Wochen konnte durch beherztes Eingreifen eines Passagiers ein Bombenanschlag auf ein Passagierflugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit verhindert werden. Das Thema Sicheres Fliegen ist dadurch wieder in die Schlagzeilen gekommen.
Betrachtet man das 2006 eingeführte Flüssigkeitsverbot in Flugzeugen, die Debatte über Körperscanner und die aktuell von den USA geforderte Weitergabe von sensiblen Passagierdaten europäischer Reisender, stellt sich die Frage, ob dies wirklich zur Erhöhung unserer Sicherheit beiträgt. Das Europäische Parlament zeigte sich schon kurz nach der Einführung des Flüssigkeitsverbotes 2006 sehr skeptisch und forderte die Kommission auf zu prüfen, ob dadurch die Sicherheit erhöht wird. Die Untersuchung blieb die Kommission schuldig, stattdessen sprachen sich die Experten der Mitgliedstaaten sogar vor kurzem für eine Verlängerung des Verbots bis 2013 aus.
Ähnlich verhält es sich mit den Körperscannern, die noch im Oktober 2008 sogar durch den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble als „Unfug“ bezeichnet wurden. Die schon 2008 diskutierten Fragen bezüglich des Gesundheitsschutzes, der Persönlichkeitsrechte und des Sicherheitszugewinns sind bis heute nicht geklärt. Experten streiten noch, ob ein Körperscanner den Sprengstoff am Körper des Terroristen Abdulmutallab überhaupt erkannt hätte.
Die Sozialdemokraten sprechen sich gegen eine überhastete Einführung neuer Technologien aus, die wie ein Flickenteppich aneinander gereiht werden. Und ob die Weitergabe von persönlichen Daten europäischer Flugpassagiere an die USA das Fliegen sicherer machen würde – ganz abgesehen von den Datenschutzproblemen - ist fraglich. Weitaus sinnvoller wäre es, vorhandene Erkenntnisse besser zu vernetzen und auszuwerten.
Die Sicherheitsorgane Israels gelten wahrlich nicht als Weicheier. Sie setzen nicht auf immer neue Technologien, sondern auf besonders gut ausgebildete Mitarbeiter. Darüber sollten wir nachdenken!
Ambitioniertes Arbeitsprogramm für verbesserte EU-Russland-Beziehungen

- Meinungsaustausch am Ende der gemeinsamen Sitzungen: (v.l.) José Manuel Barroso (Präsident der Europäischen Kommission), Knut Fleckenstein (Vorsitzender der EU-Russland-Delegation), Andrei Klimov (Ko-Vorsitzender des Parlamentarischen Kooperationsausschusses EU-Russland) (Foto: Europäisches Parlament)
„Здравствуйте!“ klingt es am Montag, dem 25.1. zur Begrüßung in einem der großen Sitzungssäle des Europäischen Parlaments in Brüssel. Was ist hier los? Die EU-Russland-Delegation des Europäischen Parlaments hält ihre jährliche gemeinsame Sitzung mit Abgeordneten der russischen Staatsduma und des Föderationsrates, der zweiten Kammer des russischen Parlaments.
Als neuer Vorsitzender der EU-Russland-Delegation des Europäischen Parlaments leitet Knut Fleckenstein die Sitzung erstmals zusammen mit seinem Ko-Vorsitzenden Andrei Klimov, stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma. Auf der Tagesordnung stehen spannende Themen: die aktuell stattfindenden Verhandlungen über ein neues Kooperationsabkommen, der Stand der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen im Kontext der Wirtschaftskrise sowie russischer Pläne über einen Beitritt zur WTO, die Zusammenarbeit im energiepolitischen Bereich, die Auswirkungen des Lissabonvertrags auf die Ausgestaltung der EU-Russland-Beziehungen und der kürzlich an die russische Menschenrechtsorganisation Memorial vergebene Sacharowpreis des Europäischen Parlaments.
2007 lief das bestehende Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Russland aus. Seitdem wird es automatisch jeweils um ein Jahr verlängert. In den Verhandlungen für ein neues Abkommen sieht Knut Fleckenstein eine Chance, den EU-Russland-Beziehungen neuen Schwung zu verleihen: „Nur zusammen mit Russland kann man die positive Zukunft unseres Kontinents planen, die gemeinsamen Herausforderungen meistern. Hierfür muss die gemeinschaftliche Basis gestärkt werden: rechtliche Grundlagen und geteilte Werte. Ich wünsche mir einen großen Schritt nach vorn - dass wir mehr Vertrauen erarbeiten und mehr Berechenbarkeit beweisen.“
Aufgabe dieses sogenannten Parlamentarischen Kooperationsausschusses ist es, in erster Linie Impulse für den politischen Dialog zwischen der EU und Russland zu geben. Damit dies möglichst konkret geschieht, wurde beschlossen, drei Arbeitsgruppen zu bilden, die das nächste Treffen im Dezember inhaltlich vorbereiten werden. Themen sind Forschung und Kultur, der Aufbau der Zivilgesellschaft sowie gemeinsame Sicherheitsstrategien. Zum letzten Arbeitsthema sollen auch Mitglieder des US-Kongresses eingeladen werden.
Veranstaltungshinweis
Am 3. Mai findet die erste Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe „Kurs Europa - Gespräche über Hamburgs Zukunft“ von Knut Fleckenstein und SPD-Bürgerschaftsfraktion statt. Über das Thema „Sozialstaat in Europa - Daseinsvorsorge zwischen Mensch und Markt“ diskutieren Knut Fleckenstein, MdEP; Annegrethe Stoltenberg, Landespastorin und Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hamburg; Bernhard Rapkay, MdEP und Vorsitzender der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament; Dirk Kienscherf, Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion.
Das Ziel muss sein, den Menschen qualitativ hochwertige Leistungen der sozialen Daseinsvorsorge anbieten zu können. Dabei gilt es, sowohl die Seite der Nutzerinnen und Nutzer als auch die der Beschäftigten im Blick zu haben. Die soziale Daseinsvorsorge in Deutschland ist dabei nicht länger durch nationale Abschottung oder Alleingänge zu sichern, sondern nur durch die Gestaltung von EU-Recht.
Ort: Hamburger Rathaus, Kaisersaal, Uhrzeit: 19:00 – 20:30
Einladungen zu dieser Veranstaltung werden rechtzeitig versendet.
Große Projekte im Norden und Schwarz-Grün hat keine Antwort
Die großen Häfen sind schon lange nicht mehr reine Umschlagszentren, sondern wichtige logistische Knotenpunkte, für die die sogenannten Hinterlandanbindungen (Bahn, LKW und Binnenschifffahrt) extrem wichtig sind. Nur wenn die großen Häfen die Waren auch schnell verteilen können, haben sie eine Chance gegen ihre Konkurrenz. Optimal wäre es für Hamburg, wenn die Seehäfen in Zukunft bei der Finanzierung der Hinterlandanbindungen europäische Unterstützung bekämen. In der Anhörung des EU-Transportkommissars Siim Kallas im Januar fragte Knut Fleckenstein, ob eine solche Förderung durch die Überarbeitung der Transeuropäischen Verkehrsnetze geplant sei. Siim Kallas erklärte sich bereit, darüber zu diskutieren. Das ist zumindest ein Hoffnungsschimmer. Hier müssen wir am Ball bleiben.
Eines ist aber auch klar: Selbst die großen Häfen können nicht mehr alleine alle Aufgaben optimal erfüllen. Die Zukunft liegt in Hafennetzwerken. Hier muss es auch in Hamburg endlich zu einer Wende kommen, weg vom Denken, alles alleine machen zu wollen hin zu einer sinnvollen Kooperation mit den Nachbarregionen. Es wird immer klarer: Der von der SPD schon immer kritisierte Rückzug Hamburgs aus dem Projekt „Tiefwasserhafen Wilhelmshaven“ war eine folgenschwere Fehlentscheidung des CDU-Senats.
Bei einem anderen für Hamburg wichtigen Projekt erscheint der Hamburger Senat völlig planlos. Die Fehmarn-Belt-Querung ist seit dem Sommer letzten Jahres beschlossene Sache, besiegelt durch einen Staatsvertrag zwischen Dänemark und Deutschland. Auch die Europäische Union hat für den Zeitraum 2007 bis 2013 Fördermittel von 374,3 Mio. Euro zugesagt. Hamburg gilt gemeinsam mit Kopenhagen als Hauptnutznießer der verbesserten Verbindungswege. Skandinavische Unternehmen zeigen bereits jetzt starkes Interesse, die neu entstehende Achse Kopenhagen-Hamburg für Investitionen nutzen zu wollen. Warum tut sich z.B. Hamburg nicht mit Kopenhagen zusammen, um gemeinsam eine schnellere Schienenverbindung zu erreichen? Die Hamburger Wirtschaft wartet seit langem auf eine klare Positionierung Hamburgs. Aber der Senat hüllt sich in Schweigen. Dabei geht es nicht um die Frage, ob die Querung kommt, sondern was Hamburg davon haben könnte. Ohne Visionen und Tatkraft vermutlich nicht viel.
Schade um die Arbeitsplätze, die so nicht geschaffen werden.
Wussten Sie schon, dass es einen EU-Bürgerbeauftragten gibt?
Der Europäische Bürgerbeauftragte (auch Ombudsmann genannt) untersucht Beschwerden über Missstände in den Organen und Einrichtungen der Europäischen Union. Wer Bürger eines EU-Mitgliedstaats ist oder seinen Wohnsitz in einem dieser Länder hat, kann sich an den Ombudsmann wenden.
Auch Unternehmen, Vereinigungen oder sonstige Einrichtungen, die ihren Sitz in der Europäischen Union haben, haben dieses Recht. Der Bürgerbeauftragte geht Beschwerden über Verwaltungsmängel in den Einrichtungen der EU nach und hilft, wenn Bürgern der Einblick in EU-Dokumente verwehrt wird.
Er ist auch befugt, selbst Untersuchungen einzuleiten. Manche Probleme können unkompliziert gelöst werden, indem die entsprechende Beschwerde an die betroffene Einrichtung weitergeleitet wird. In anderen Fällen tritt der Bürgerbeauftragte als Vermittler auf, um die Verwaltungsmängel zu korrigieren und den Antragsteller der Beschwerde zufrieden zu stellen. Kann keine Einigung herbeigeführt werden, hat er die Möglichkeit Empfehlungen auszusprechen. Werden auch diese nicht akzeptiert, verfasst er einen Sonderbericht an das Europäische Parlament, das daraufhin politische Maßnahmen ergreifen kann.
Mitte Januar hat das Europäische Parlament Nikiforos Diamandouros aus Griechenland als Europäischen Bürgerbeauftragten bis 2014 wiedergewählt.
Mehr über den EU-Bürgerbeauftragte finden Sie unter:
www.ombudsman.europa.eu
E-Mail: eo(at)ombudsmann.europa.eu
Tel. 0033 388 17 23 13
Info
SPD? SPE? S&D?
„Haben Sie sich auch schon gefragt, warum im roten Würfel S&D mit dem Wortungetüm „Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament“„ steht? Bis zum Juni letzten Jahres nannte sich die Fraktion der Sozialisten und Sozialdemokraten SPE (Sozialdemokratische bzw. Sozialistische Partei Europas). Das war kurz und präzise.
Warum also ein neuer Name? Die Fraktionen im Europäischen Parlament bestehen aus Abgeordneten, die politisch eine gemeinsame Richtung vertreten. Als es nach der Wahl darum ging, wer alles bei der SPE mitmachen würde, wurde schnell eines klar: Der Name SPE passte einigen nicht.
Parteien wie die italienische Partito Democratico wollten gerne mit dabei sein, aber auf keinen Fall unter dem Namen Sozialisten. Auch die Polen und Balten wollten sich nicht Sozialisten nennen; für mich verständlich aufgrund ihrer Geschichte. Also Sozialdemokraten? „Das geht gar nicht!“, sagten die portugiesischen Sozialisten, denn Sozialdemokraten nennen sich in ihrem Land die Konservativen.
Am Ende blieb nur ein schräger Kompromiss, denn ganz offiziell heißt es nun Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament. Immerhin bekamen die deutschen Abgeordneten als größte Gruppe in der Fraktion das Recht, sich Allianz der Sozialdemokraten nennen zu dürfen.
Am Ende zählt ja aber nicht der Fraktionsname, sondern unsere Arbeit. Unsere Fraktion ist mit 184 Mitgliedern die zweitgrößte im Parlament. Wir sind die einzige Fraktion, bei der VertreterInnen aus allen Mitgliedsländern dabei sind und dass wir Europa inhaltlich voranbringen wollen, werden wir beweisen.
Für weitere Informationen besuchen Sie Knut Fleckensteins Website: www.knut-fleckenstein.eu
Das Hamburger Büro in der Kurt-Schumacher-Allee 10 ist Montags bis Donnerstags von 9:00 bis 16:00 Uhr und Freitags von 9:00 bis 14:00 besetzt.
Tel: 280 955 82,
Fax: 280 568 89,
Mail: europa(at)knut-fleckenstein.eu
Persönliches

Liebe Besucher meiner Website,
am 4.09. werde ich bei der Kundgebung „Hamburg steht auf“ teilnehmen. Rechte Umtriebe und Angriffe gegen Minderheiten und Andersdenkende haben leider in vielen europäischen Ländern wieder zugenommen. Zivilcourage und Engagement für ein solidarisches Zusammenleben ist und bleibt wichtig – auch in unserer Stadt. Als Vorsitzender des Bertini-Preis e.V., der jungen Menschen verliehen wird, die sich dafür einsetzen, Ausgrenzung und Gewalt von Menschen gegen Menschen zu verhindern, erfahre ich immer wieder, wie wichtig es ist, dieses Engagement auf allen Ebenen zu fördern. Deshalb bin ich am Samstag dabei. Ich hoffe, Ihr auch!




